Mir ist gestern was merkwürdiges passiert. Die Rahmenbedingungen waren folgende:
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Ich war mit Freunden unterwegs.
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Kleine Mahlzeit gegen halb zwei Mittags.
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Essen von Nachmittags + Reste von Mittags gegen fünf ausgekotzt.
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Nach mehreren Tagen Bettruhe wegen Erkältung das erste Mal wieder draußen..
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Abends eine Cola und ein Kaffee getrunken.
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Das erste Mal ab Abends wieder seit einigen Tagen geraucht.
In der Bahn dann auf einmal fing ich total an zu zittern, beziehungsweise so ab Bahnsteig an. Ich fühlte mich wie ein Junkie auf Entzug, auch vom Kopf her. So schlimm hatte ich das noch niemals zuvor. Ich dachte echt, nach welchen Drogen schreit mein Körper gerade.
Lag es am Essen? Am Kotzen? Am Koffein? An den Zigaretten? Vielleicht alles zusammen?
Ich fühlte mich nicht aufgepusht, sondern eher sehr schwach. Wäre in der Bahn beinahe eingeschlafen. Und als ich dann zu Hause war konnte ich nicht schlafen. Irgendwie besorgt mich das. Denn ich habe das Gefühl, irgendwas braucht mein Körper, was ich ihm nicht gebe. Und ich, als junger Erwachsener, denke bei so was natürlich zuerst an Drogen. Nur leider neige ich sehr stark zum Suchtverhalten. Ich werde sehr schnell abhängig. So ist das mit Zigaretten, in einigen Phasen muss ich stark auf meinen Alkoholkonsum achten, ich bin Drogen nicht gerade abgeneigt und bin ich krank neige ich dazu, immer etwas zu viele Tabletten zu nehmen. Das liegt aber wohl schon in meinen Genen, da vergleichsweise viele in meiner Familie alkoholabhängig sind. Vielleicht dadurch auch die Essstörung, die ja auch eine Sucht ist.
Kommt wieder die Frage auf, wodurch eine Essstörung entsteht.
Gene? Familie? Medien?
Ich kenne Essgestörte, deren Familie absolut heil ist. Ich kenne Essgestörte, deren Familie total zerrüttet ist.
Ich kenne Essgestörte, in deren Familie nie zuvor Essstörungen auftraten. Ich kenne Essgestörte, deren Mutter ebenfalls eine Essstörung hat oder hatte.
Ich kenne Essgestörte, die ganz fixiert auf Modelfiguren und allgemeine Schönheitsideale sind. Ich kenne Essgestörte, die ihre Krankheit ohne Einfluss der Medien oder dürren Models entwickelten.
In meiner Familie traten zuvor nie Essstörungen auf. Aber eben dieses Suchtverhalten. Ich hatte keine glückliche Kindheit in einem behüteten Elternhaus. Und Medien spielten bei der Entstehung meiner Essstörung keine Rolle, nur das westliche Schönheitsideal der dünnen und somit attraktiven und erfolgreichen und beliebten Frau. Ich weiß auch nie so ganz, was mein persönliches Ziel ist. Will ich dünn sein, um gut und sexy auszusehen? Oder will ich krankhaft aussehen, vielleicht also meine „kaputte Seele“ auch nach außen hin zeigen? Beides zugleich ist der Fall, eins überwiegt nur meistens. Welches, dass ändert sich gelegentlich. Momentan geht es mir mit der Essstörung auch kaum um das Aussehen, sondern um die Nahrungsaufnahme. Das ist auch etwas, was sich regelmäßig ändert. Nahrungsaufnahme, Aussehen, Gewicht. So sprunghaft…