180°

Veröffentlicht in 1 am 22. September 2009 von nachtnebel

Momentan esse ich. Mehr. Ich versuche es zumindest und es klappt ganz gut.

Ich wiege mich seltener. So alle 2 Wochen in etwa. auch wenn das verlangen da ist, es viel öfter zu tun.

Es gelingt mir, mich von der ES zu entfernen, ihr deutlich weniger Kontrolle zu lassen.

Aber es ist verdammt schwer. Und jeder Tag ist ein neuer Kampf. Oder auch eine ganze Schlacht.

Änderungen. Jede Menge. Ein wenig.

Veröffentlicht in Essstörung am 18. August 2009 von nachtnebel

Nochmal zum Thema „Anfälligkeit für Krankheiten“. In den Urlaub gefahren bin ich mit geschwollenen Lymphknoten. Irgendeine Viruserkrankung, die mein Körper ohne sonstige Symptome gut bekämpft hat. Zurück kam ich mit folgendem:

Kieferhöhlen-, Stirnhöhlen- und Mittelohrentzündung

Muss jetzt eine Woche Antibiotika nehmen.

Mit dem Uni-zeugs läuft es gut. Ich habe gestern zum ersten Mal seit langem nur auf mein herz gehört.Und nun weiß ich welche Uni es sein wird..

Im Urlaub ging es mir wahnsinnig gut. ich hatte noch niemals einen so guten Urlaub! Und: Ich habe halbwegs normal gegessen. Ich möchte normal essen. Leben ohne Essstörung! Das versuche ich momentan. Im urlaub klappte es ganz gut. Ich hab jetzt auch etwa 3 kg zugenommen, aber es mir nicht schlecht damit. schlecht geht es mir erst wieder seit ich zu Hause bin. Ich muss hier schnellstens raus, aber in 1 Monat schon bin ich 18. Aber das birgt auch viele Risiken. Werde ich dann wieder tiefer in die Magersucht abrutschen? Oder beginne ich maßlos zu fressen? Oder wird sich alles bessern? Das wird sich zeigen.. schon sehr bald. Ich melde mich bald wieder und freue mich jedes Mal über Kommentare.

Anfälligkeit für Krankheiten

Veröffentlicht in Essstörung am 27. Juli 2009 von nachtnebel

Schwächt eine Essstörung das Immunsystem? Eigentlich schon, oder?

Ich habe diese Frage schon einigen ESlern gestellt. Ich habe noch keine getroffen die mir direkt gesagt hat „Ja, seit der ES bin ich viel anfälliger für andere Krankheiten“. Ich schon. Seit August letzten Jahres bin ich sehr oft krank. Wirklich sehr oft! Durchschnittlich einmal im Monat für etwa 3-4 Tage. In den letzten 12 Monaten hatte ich etwa 8-10 normale erkältung, 3x musste ich Antibiotika nehmen (und das obwohl meine Ärztin eigentlich wirklich ungern Antibiotika verschreibt), Röteln, eine Mandelentzündung, mehrere Virenerkrankungen. So auch jetzt. Seit Donnerstag abend habe ich starke Halsschmerzen und überdimensional große Lymphknoten. Eben meinte der Arzt, bei dem ich war, es ist eine Viruserkrankung. medikamente kann er mir dafür nciht geben, ich soll mich einfach schonen (nicht zu lange wach bleiben abends, keine partys, möglichst kein alkohol). Na super, wie soll das denn in paris gehen? xD Morgen früh gehts schon los..

Also für mich ist recht klar, dass die ES an all diesen Sachen „schuld“ ist. Meine Mum behauptet ich bin so oft krank, da ich im August letzten Jahres meine letzte der drei Impfungen gegen Gebärmutterhalskrebs hatte und dass diese Impfung mein Immunsystem so geschwächt hat. Nunja. In beiden Fällen habe ich nicht viel Möglichkeit, etwas zu tun.

Ich freue mich sehr, morgen wieder weg von zu hause zu sein. Meine familie ist einfach zu anstregend für mich. ich bin froh, bald ausziehen zu können. Seit ich jetzt wieder hier bin habe ich auch schon wieder beinahe nur gefressen. Und trotzdem konnte ich die Leere nicht füllen…

Glücklich

Veröffentlicht in Essstörung, Sozialleben am 24. Juli 2009 von nachtnebel

Ich war glücklich. So richtig glücklich. Von samstag bis donnerstag war ich mit Freunden im Urlaub. Zunächst hatte ich große Panik. Keine Kontrolle über mein Gewicht (ohne Waage), vermutlich viel zu viele viel zu große Portionen Essen, vor allem da einer der mitreisenden Freunde von meiner ES weiß.

Aber es war fantastisch. Ich habe mein Gewicht zwar beinahe genau gehalten, aber ich war so glücklich. Einfach Zeit mit Freunden verbringen, fern von meiner Familie (10 min zu hause und es gab schon wieder streit). Am Sonntag fahre ich wieder in Urlaub, mit meinen drei besten Freunden, die ebenfalls letzte woche mit waren.

Mein Alkoholkonsum war letzte wenig ein wenig hoch, viel zu viel geraucht habe ich auch. Vom essen her ging es. Mir kam es sehr zu viel vor, aber das Feedback von Freunden war eher, dass ich sehr wenig gegessen habe.

Mittlerweile bin ich seit noch nicht einmal 24h zu Hause und der Urlaub kommt mir wie ein Traum vor. Ich habe schon wieder vergessen wie es sich anfühlte, glücklich zu sein. Ich gerate wieder in alte Muster, werde aggresiv und wütend. Die Stimme in meinem Kopf schreit „Ess was, Fress was. du kannst es ja auch wieder auskotzen.“ Ich sehe eine Essenswerbung im Tv und raste beinahe aus, sodass ich am liebsten den Fernseher zerschlagen würde. Und das alles nur weil ich wieder zu Hause bin. Und hier einfach ständig diese schlechte Stimmung ist, bzw ich zu viel , bzw nur, negatives mit diesem Ort und diesen Menschen verbinde.

Aber alles hat einmal ein Ende. :) Bald ist die Zeit reif für einen Neuanfang.

Sozialleben

Veröffentlicht in Essstörung, Sozialleben am 12. Juli 2009 von nachtnebel

wirkt sich eine Essstörung auf das eigene Sozialleben aus?

Ja! viel zu sehr.

Man sagt Verabredungen ab, weil dort die Gefahr essen zu müssen drohen könnte. Kein Kino. Keine Verabredungen die lange dauern. Kein Essen gehen. Keine Stadtfeste. Kein Eis essen im Sommer. Freibad sowieso nicht.

Denn man wäre genötigt ebenfalls etwas zu essen. Also wird man dick. Und alle können einem beim Essen zu sehen. und die werden denken, wieso so ein fettes Etwas noch mehr isst, obwohl sie schon so wahnsinnig fett ist. Und isst man nichts, so sind die Freunde wahnsinnig enttäuscht, weil man schon wieder nichts isst.

Ich habe in den letzten 2 Jahren so viele Verabredungen wegen so etwas abgesagt. So viele Lügen und Ausreden erzählt. Und wenn ich so darüber nachdenke ärgert es mich so wahnsinnig und ich bin so wütend über mich selbst.

Doch nach einem tag wie heute wünschte ich, ich hätte ALLE Verabredungen meines Lebens abgesagt, bei denen ich etwas gegessen oder etwas mit Kalorien getrunken habe. Denn ich war im Kino, inkl. Essen, und nun ärgere ich mich so wahnsinnig und bin so wütend auf mich selbst. Und denke jetzt schon wieder viel zu viel darüber nach, wie ich sämtliche außerhäusliche Unternehmung so umändern kann, was ich sagen kann, um dort nichts essen zu müssen.

Sucht

Veröffentlicht in Essstörung, Sucht am 10. Juli 2009 von nachtnebel

Mir ist gestern was merkwürdiges passiert. Die Rahmenbedingungen waren folgende:

  • Ich war mit Freunden unterwegs.

  • Kleine Mahlzeit gegen halb zwei Mittags.

  • Essen von Nachmittags + Reste von Mittags gegen fünf ausgekotzt.

  • Nach mehreren Tagen Bettruhe wegen Erkältung das erste Mal wieder draußen..

  • Abends eine Cola und ein Kaffee getrunken.

  • Das erste Mal ab Abends wieder seit einigen Tagen geraucht.

In der Bahn dann auf einmal fing ich total an zu zittern, beziehungsweise so ab Bahnsteig an. Ich fühlte mich wie ein Junkie auf Entzug, auch vom Kopf her. So schlimm hatte ich das noch niemals zuvor. Ich dachte echt, nach welchen Drogen schreit mein Körper gerade.

Lag es am Essen? Am Kotzen? Am Koffein? An den Zigaretten? Vielleicht alles zusammen?

Ich fühlte mich nicht aufgepusht, sondern eher sehr schwach. Wäre in der Bahn beinahe eingeschlafen. Und als ich dann zu Hause war konnte ich nicht schlafen. Irgendwie besorgt mich das. Denn ich habe das Gefühl, irgendwas braucht mein Körper, was ich ihm nicht gebe. Und ich, als junger Erwachsener, denke bei so was natürlich zuerst an Drogen. Nur leider neige ich sehr stark zum Suchtverhalten. Ich werde sehr schnell abhängig. So ist das mit Zigaretten, in einigen Phasen muss ich stark auf meinen Alkoholkonsum achten, ich bin Drogen nicht gerade abgeneigt und bin ich krank neige ich dazu, immer etwas zu viele Tabletten zu nehmen. Das liegt aber wohl schon in meinen Genen, da vergleichsweise viele in meiner Familie alkoholabhängig sind. Vielleicht dadurch auch die Essstörung, die ja auch eine Sucht ist.

Kommt wieder die Frage auf, wodurch eine Essstörung entsteht.

Gene? Familie? Medien?

Ich kenne Essgestörte, deren Familie absolut heil ist. Ich kenne Essgestörte, deren Familie total zerrüttet ist.

Ich kenne Essgestörte, in deren Familie nie zuvor Essstörungen auftraten. Ich kenne Essgestörte, deren Mutter ebenfalls eine Essstörung hat oder hatte.

Ich kenne Essgestörte, die ganz fixiert auf Modelfiguren und allgemeine Schönheitsideale sind. Ich kenne Essgestörte, die ihre Krankheit ohne Einfluss der Medien oder dürren Models entwickelten.

In meiner Familie traten zuvor nie Essstörungen auf. Aber eben dieses Suchtverhalten. Ich hatte keine glückliche Kindheit in einem behüteten Elternhaus. Und Medien spielten bei der Entstehung meiner Essstörung keine Rolle, nur das westliche Schönheitsideal der dünnen und somit attraktiven und erfolgreichen und beliebten Frau. Ich weiß auch nie so ganz, was mein persönliches Ziel ist. Will ich dünn sein, um gut und sexy auszusehen? Oder will ich krankhaft aussehen, vielleicht also meine „kaputte Seele“ auch nach außen hin zeigen? Beides zugleich ist der Fall, eins überwiegt nur meistens. Welches, dass ändert sich gelegentlich. Momentan geht es mir mit der Essstörung auch kaum um das Aussehen, sondern um die Nahrungsaufnahme. Das ist auch etwas, was sich regelmäßig ändert. Nahrungsaufnahme, Aussehen, Gewicht. So sprunghaft…

Mehr oder wenig typischer Tag?!

Veröffentlicht in Essstörung am 8. Juli 2009 von nachtnebel

Einerseits ist heute ein normaler Tag. Aber ich habe das Gefühl er ist irgendwie komplett anders.

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Eben fiel es mir dann plötzlich ein. Genau so ein Tag wie heute, den habe ich „früher“ gelebt. Früher war so von Winter 2006/07 bis Frühjahr 2008.

Ich wache morgens auf und freue mich über das Knurren meines Magens. Ich stehe auf und beginne den Tag. Gang ins Badezimmer. Wasser aus der Küche holen. Wieder ins Bett. Bzw in der Woche wäre ich zu dem Zeitpunkt in die Schule gegangen. Morgendliches Wiegen natürlich vorher.

Mittags dann das ausreden suchen. „Mum, ich hab keinen hunger“. „Ich hab schon gegessen“.“Mir gehts nicht so gut“.“Das mag ich nicht“.

danach dann lautlose jubelschreie, ich habs hinter mir.

Doch der nächste Kampf begann so gleich und dauert bis abends.  Ich bin in meinem Bett, sehe fern, surfe im Internet. Und ständig ist da die Verlockung etwas zu essen. Genug gibt es in der Küche. Die auswahl ist viel zu groß. Zu groß, mich jemals entscheiden zu können denke ich. Abends gehts dann wieder darum, eine Ausrede zu finden. Wegen dem gemeinsamen Abendessen.

Aber auch das ist irgendwann geschafft und abends schlafe ich erneut mit Magenknurren ein und bin glücklich deswegen.

Solch einen Tag wie heute hatte ich lange nicht mehr. Früher kam das oft vor. Und es waren resultate zu sehen. So sehr, dass mich meine Mum mehrmals fragte, ob ich magersüchtig sei. „Nein, Mama. Wie kommst du denn darauf?“

Ich bin glücklich dass der heutige Tag zu so einem wurde. Aber ein wenig macht es mir auch Angst. Denn ich spüre jetzt schon wieder, wie mir die Kontrolle entgleitet. Eine Stimme in meinem Kopf flüstert mir zu, ich verliere nicht die Kontrolle. Ich gewinne sie zurück. Ich kann es noch, ich kann Nein sagen und widerstehen. Und so fühle ich mich gut wenn ich mit knurrendem Magen einschlafe.

Selbsterkenntnis

Veröffentlicht in Depressionen, Essstörung, Selbsterkenntnis mit Tags , , , am 7. Juli 2009 von nachtnebel

Dieser Blog ist ein Raum für unausgesprochene und wirre Gedanken. Um meinen Kopf vielleicht ein wenig zu entwirren.

Ich leide an Depressionen und einer Essstörung. Beides macht mich gewissermaßen zu einer gestörten Persönlichkeit. Trotzdem lebe ich ein nach außen hin recht normales Leben und kaum einer ahnt etwas von meinen Problemen.

Ist Selbsterkenntnis der Schritt Richtung Besserung – In meinem Falle also Heilung? Ich denke nicht. Denn nicht immer ist man in der Lage Probleme alleine zu bewältigen. Und wird man sich über etwas klar bewusst, so fällt es einem noch schwerer, mit anderen darüber zu reden und sich Hilfe zu suchen. Was ist dann der Ausweg aus dieser Hölle? Ich hoffe, irgendwann findet jemand eine klare Antwort darauf.